Kleine Orgelgeschichte von St. Lorenz

Orgeln im romanischen Münster
Erste Erwähnungen von Orgeln in der alten romanischen Stiftskirche stammen aus dem 15. Jahrhundert: Abt Johann von Riedheim (1481 – 1507) ließ eine „hölzerne“ Orgel im Münster errichten. Aber bereits in der Zeit davor muss die Kirche eine Orgel besessen haben: im Jahr 1478 besuchte der damals berühmteste Organist in deutschen Landen, Paul Hofhaimer, Kempten, und ließ sich für sein Spiel entlohnen. Weitere Besuche im Gefolge Kaiser Maximilians folgten in den nächsten Jahrzehnten. Berichten bezüglich der Zerstörung des alten Münsters im Jahr 1632 während des Dreißigjährigen Krieges ist zu entnehmen, dass diese Kirche sogar zwei Orgeln besessen haben muss.

Bau der Emporen
Mit dem Neubau der Stiftskirche unter Abt Roman Giel von Gielsberg, sowie seinen Nachfolgern Rupert von Bodman (1678 – 1728) und Anselm von Reichlin-Meldegg (1728 – 1747) erfahren wir wieder etwas über Orgeln in St. Lorenz. Nachdem sich in der neu erbauten barocken Stiftskirche (1652 – 1670) die Funktion des oktogonalen, mit der Kuppel überhöhten Chorraumes als Mönchskirche konsolidiert hatte, wurde der bisherige Mangel an Instrumenten und Musikemporen offensichtlich. Abt Rupert ließ deshalb im Jahr 1681 Emporen im Chorraum errichten und mit Instrumenten bestücken, über die wir aber keine Informationen besitzen.

Bau der Chororgeln
Die noch heute zu bewundernden, höchst kunstvoll ausgeführten spiegelbildlichen Gehäuse der beiden Chororgeln stammen aus den 1730er Jahren. Die wohlgeordneten Proportionen, aber auch die Qualität des Zierrats und der Schnitzereien (besonders auffällig: das obere, als Fächer geordnete Pfeifenfeld und die Putten) erheben sie zu besonders wertvollen Ausstattungsgegenständen der Kirche. Leider sind die Orgelbauer nicht überliefert, ebenso fehlt uns die genaue Klanggestaltung. Lediglich einem Gutachten von 1859 ist zu entnehmen

Disposition der Chororgeln
Disposition der Chororgeln