Kleine Orgelgeschichte von St. Lorenz

Diese Instrumente dienten zur Zeit der (musikalischen) Blüte des Fürststifts Kempten im 18. Jahrhundert Musikern wie Joseph Anton Auffmann, Joseph Ignaz Bieling und Franz Xaver Richter. Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist uns glücklicherweise noch ein Bild der Spielanlage der Südorgel erhalten:

Alter Spielschrank der Nordorgel
Alter Spielschrank der Nordorgel

Nach der Säkularisation
Mit Aufhebung des Klosters in der Säkularisation und der Einbindung des bis dahin den Mönchen vorbehaltenen Chorraumes in die Pfarrkirche St. Lorenz mussten die Chororgeln plötzlich eine Funktion übernehmen, für die sie nicht geschaffen waren: die Beschallung des gesamten Raumes. Dahingehende Umbauten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts schlugen fehl und beschleunigten den Verfall der beiden Chororgeln.

Die Walcker - Orgel
Ab den 1850er Jahren begannen, forciert vom damaligen Chordirektor Bernhard Mettenleiter, einem gewichtigen Vertreter des Cäcilianismus (einer kirchenmusikalischen Reformbewegung), die ersten Planungen zum Bau einer neuen Hauptorgel, die 1865 in der Vollendung der Orgel Eberhard Friedrich Walckers (1794 – 1872) ihren Abschluss fanden. Die Orgel mit dem schlichten, neobarocken Gehäuse fand Platz auf der neu gebauten Westempore. Die Orgel besaß 36 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal, mit mechanischer Kegellade. Sie trug die Opusnummer 216 der Werkstatt Walcker. Eberhard Friedrich Walcker zählte damals zu den angesehensten Orgelbauern. Bedeutende Werke von ihm fanden in den Jahren vor der Kemptener Orgel Aufstellung u.a. im Ulmer Münster (IV/ 100), Frankfurter Dom (III / 53), in der Marktkirche Wiesbaden (III / 53), sowie der Bostoner Music Hall (IV / 89).

Im Jahr 1866 war die feierliche Abnahme der Orgel in St. Lorenz durch den Augsburger Domkapellmeister Karl
Kempter. Sie hatte folgende Disposition:

Dispositionen Walcker
Dispositionen Walcker